Freitag, 28. Februar 2014

Europa-Center in Berlin: Umbau einer Geschäftsfläche zum NIKE STORE

Das Europa-Center am Breitscheidplatz ist ein Wahrzeichen des ehemaligen West-Berlins. Es wurde 1965 fertig ge- stellt und von dem damaligen regie- renden Bürgermeister Willy Brandt eingeweiht. Das mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Gebäude erlebte in den zurückliegenden Jahr- zehnten zahlreiche Modernisierungen, Umbauten und Erweiterungen. Im letzten Jahr beschloss nun der Sport- artikelhersteller NIKE Inc., hier im Europa-Center, eine neue Repräsentanz auf einer Geschäftsfläche von 2500 qm zu eröffnen.
Das vorher von einer Modekette benutzten Ladengeschäft wurde bis auf die tragenden Bauteile beräumt und es zeigte sich die Notwendigkeit einer grundlegende Sanierung der vorgefundenen Bausubstanz. Dafür mussten die Betondecken und die Betonpfeiler zunächst gesandstrahlt werden.
In diesem besonderen Fall waren die geplanten Sandstrahl-arbeiten aber nicht unabhängig von der späteren Nutzung. Die herzustellenden Betonoberflächen waren von Anfang an integraler Bestandsteil für das geplanten Designs des Flagship-Stores von NIKE. Das führte zu ganz besonderen Herausforderungen an die Ausführung.

Hinzu kam ein enger Zeitplan für die Baumaßnahmen und die naturgemäß staub- und lärmintensiven Sandstrahlarbeiten mussten bei laufendem Betrieb und dem Publikumsverkehr im Europa-Center durchgeführt werden. Die Geschäftsflächen von NIKE sind umgeben von weiteren Geschäften, Verkehrsflächen, dem Atrium und den Räumen des Kabarett-Theaters „Die Stachelschweine“, und deren Betrieb durfte nicht beein- trächtigt werden. Für diese Baumaßnahme kam nur ein qualifiziertes und leistungsstarkes Sandstrahlunternehmen in Frage, das die notwendigen Geräte und die fachliche Erfahrung mitbringt.
Die Vereinigten Sandbläsereien entwickelten nach der Aufforderung durch den bauleitenden Architekten Stephan Hell, HH Architekten GmbH, München, ein umfassendes Konzept, das alle Anforderungen an die Bauausführung berücksichtigte.

Eine erste, aber sehr wichtige Maßnahme bildeten die umfangreichen Schutzmaßnahmen, die aufgrund der Gegebenheiten individuell angefertigt und mit Kreativität angepasst werden mussten. Circa 250 laufende Meter Schaufensterflächen auf zwei Etagen waren vor Sandschlag zu bewahren. Zudem mussten innen liegende Rolltreppen, Fahrstühle und weitere technische Anlagen vor Sand und Staub geschützt werden. Um die Lärmbelästigung in Grenzen zu halten wurden zur Drucklufterzeugung leistungsstarke Elektrokompressoren in der Tiefgarage installiert und spezielle Staubabzugsanlagen filterten die Abluft. Erst nach dieser umfangreichen Baustelleneinrichtung konnte man mit dem Sandstrahlen beginnen und es konnten endlich Probeflächen hergestellt werden, um mit dem Auftraggeber einen Konsens über die beabsichtigte und erreichbare Oberflächengestaltung zu gewinnen. Die Betondecken waren vorher schwarz gestrichen und abgehängt, also unsichtbar. Das neue vorgegebene Ziel war dagegen eine raue, scheinbar unbehandelte Oberfläche des Betons, der beim Bau des Europa-Centers eigentlich nicht als Sichtbeton hergestellt worden war und nun aber doch als sichtbares und offengelegtes Architekturelement zum Designkonzept gehören sollte. Mit einem auf diese Anforderungen hin ausgewählten Strahlgut und dem entsprechenden Druck konnte eine perfekt zum Konzept passende Oberflächengestaltung nach den Vorstellungen des Auftraggebers erzielt werden.
Innerhalb von vier Wochen, im September 2013, wurden nach diesem Muster 3700 qm Deckenflächen, Unterzüge und Pfeiler durch das Sandstrahlen behandelt. Tonnenweise wurde ständig neues Strahlgut in das Gebäude geliefert und als Strahlschutt auch wieder entfernt und fachgerecht entsorgt. Um die Termine zu halten, wurde dabei in Doppelschichten gearbeitet und obwohl die Sandstrahlarbeiten den Mitarbeitern das Äußerste abverlangten, wurde umsichtig und mit gleich bleibender Güte zu Werke gegangen. Für die Statik im Europa-Center verbaute man auch Stahlträger, die genau wie die Betonpfeiler und Betondecken als sichtbare Architekturelemente im Shop-Design integriert werden sollten. Diese Stahlträger wurden von den Vereinigten Sandbläsereien ebenfalls und aus einer Hand mit dem vorgeschriebenen Reinheitsgrad SA 2½ nach der DIN 55928 zunächst gesandstrahlt und dann nach Absprache mit dem zuständigen Prüfingenieur für Brandschutz und dem Fachberater für Brandschutzbeschichtung Daniel Lindt mit einem geprüften System der Rudolf Hensel GmbH grundiert und vorbeugend geschützt. Das verarbeitete Produkt (Hensotherm 420 KS) lieferte die geforderten Feuerwiderstandsklassen F90 und F120 (Brandschutz) bei geringen Schichtdicken. Die Optik der Stahlträger als Designelemente blieb dadurch gewahrt. Im Rahmen dieser abschließenden farblichen Beschichtung der Stahlträger wurden auch die freigelegten Betonflächen mit einem Produkt der Remmers Baustofftechnik GmbH verfestigt. Mit der fristgerechten Fertigstellung der Arbeiten im vorgesehenen Zeitrahmen empfehlen sich die Vereinigten Sandbläsereien für jede Herausforderungen bei Sandstrahlarbeiten sowie bei Brandschutzbeschichtungen.
Wir sind stolz darauf, dass eine der kompliziertesten Herausforderungen unserer langjährigen Firmengeschichte zur vollständigen Zufriedenheit des Auftraggebers abgeschlossen wurde. Die von uns bearbeiteten rohen Betonpfeiler sind jetzt in den Schaufenstern vom NIKE STORE zu sehen. Sie stehen dort wie Skulpturen, und jeder kann sich dort von der Qualität unserer Arbeit überzeugen.

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